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Pilgerwege
Voraussetzung für Pilgerwege sind Kultstätten, die zum Ziel der Pilger werden können. Kultstätten entstanden aus Heiligen Orten, deren besondere Eigenschaften sie aus der umgebenden Landschaft hervorhoben. Pilgerziele erzeugen ein Wegenetz, das je nach Anziehungskraft regional, überregional oder kontinental sein kann wie etwa die Jakobswege nach Santiago de Compostela. Mittelalterliche Pilgerwege in Europa lassen sich rekonstruieren durch archäologische Funde von Pilgerzeichen, die für ein Pilgerziel spezifisch waren, und die an der Kleidung getragen (und verloren) wurden. 1155 schrieb Nikúlas Bergsson, Pilger & Abt, das Buch Leiðarvisir, das Wegenetz der Pilger zwischen Skandinavien, Rom und Jerusalem beschreibend.
Als Wege des Glaubens (paths of faith) sind besonders benannt
- Via Francigena (=Via romea) nach Canterbury (Via Cassia)
- Via Teutonica
- Camino de Santiago (de Compostela), Jakobswege
Literatur
Birch, Debra J.
Pilgrimage to Rome in the Middle Ages. Continuity and Change.
(= Studies in the History of Medieval Religion, 13) 238 S. Woodbridge Suffolk 1998: Boydell.Denke, Andrea
Venedig als Station und Erlebnis auf den Reisen der Jerusalempilger im späten Mittelalter.
Magisterarbeit Univ. Stuttgart 1997 (=„da ist der Schatz der Welt“) (= Historegio, 4) 257 S. Remshalden 2001: Hennecke.Mihailo Popović
Von Budapest nach Istanbul. Die Via Traiana im Spiegel der Reiseliteratur des 14. bis 16. Jahrhunderts.
223 S., Karten. 2. korr. A. Leipzig 2010: Eudora
Online Der Autor hat bis 1354 sämtliche Reiseberichte als Quellen herangezogen.Springer, Otto
Mittelalterliche Pilgerwege von Skandinavien nach Rom.
in: Springer, Otto: Arbeiten zur germanischen Philologie und Literatur des Mittelalters.
München: W. Fink 1975 Seite 339-372Stopani, Renato
La via Francigena. Storia di una strada medievale.
190 S.Firenze 2006: Le lettere.Zweidler, Reinhard
Der Frankenweg - Via Francigena
Der mittelalterliche Pilgerweg von Canterbury nach Rom.
Stuttgart 2003: Theiss.
Die Route von Budapest nach Konstantinopel wurde nach der Christianisierung Ungarns und nach der Jahrtausendwende zur Pilgerroute ins Heilige Land. Ab dem 16. Jahrhundert wurde sie als Via traiana bezeichnet, doch war sie im Mittelalter nur noch Relikt eines ursprünglichen römischen Straßennetzes auf dem Balkan (Via militaris), deren römische Achse (Via diagonalis) von Zagreb nach Konstantinopel führte.
Vanni, Fabrizio
Overland Balkan routes in the middle ages. Summary, with a special focus on cultural-political implications.
Online S. 125-144 in: Euangelia Chatzētryphōnos, (Hg.): Routes of faith in the medieval Mediterranean: history, monuments, people, pilgrimage perspectives : international symposium, Thessalonike 7-10/11/2007: proceedings. 2008 InhaltKülzer, Andreas
Pilgerwege und Kultorte im östlichen Mittelmeerraum.
Das Meer und seine Heiligen: zum Einfluß naturräumlicher und geopolitischer Realitäten auf byzantinische Pilgerstätten.
in: Das Meer und seine Heiligen, S. 177-204. OnlineRainer & Cornelia Oefelein
Pilgerspuren auf mittelalterlichen Glocken in Brandenburg.
318 S. mit 492 teils farbigen Textabb. und 18 Farbtafeln, Berlin-Brandenburg, 2012: BeBra Wissenschaft Verlag. Inhalt
Mit Hilfe der Pilgerzeichen auf mehr als 500 Glockentürmen in Brandenburg konnten Ziele und Wege der mittelalterlichen Pilger abgeleitet werden.Beate Schuster
Die moralische Geografie des Pilgerwegs im KreuzzugsberichtOdos von Deuil.
S. 91–112 in: Ursula Kundert et al. (Hg.): Ausmessen – Darstellen – Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit. Zürich 2007: Chronos.
→ Phantasieorte
